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Didaktische
Zielsetzung: Faktische Kennzeichnung und
Verdeutlichung der Wechselbeziehungen physischer Raumfaktoren mit dem Ziel
einer ökologischen Interpretation des mitteleuropäischen
Naturraums (in Verbindung mit Texteinheit 2) Schlüsselbegriffe: Klimafaktoren Mitteleuropas, Gemäßigte Breiten, Westwindzone, ozeanisches/kontinentales Klima, potentiell natürliche Vegetation, Böden und ihre Eigenschaften, die großen Flußsysteme |
Die zentrale Lage Deutschlands in Mitteleuropa legt nahe, daß die physischen Faktoren nicht an den Landesgrenzen enden. Dies trifft für den morphologischen Formenschatz zu, in mindestens ebenso starkem Maße aber auch für die übrigen Naturfaktoren. Das Klima [1] ist einzuordnen in einen größeren, kontinentalen Zusammenhang [2]. Mitteleuropa liegt insgesamt im Bereich der ektropischen Westwindzone, was bedeutet, daß Deutschland überwiegend atlantischen Winden mit ihren relativ warmen aber feuchten Luftmassen ausgesetzt ist. Grundsätzlich ist die maritime Klimabeeinflussung vorherrschend. Dies bedeutet, daß Extreme [3] bei Niederschlag und Temperaturen relativ selten sind, obwohl sie natürlich auftreten können. Die Niederschläge sind relativ gleichmäßig über das Jahr verteilt, mit einem leichten Sommermaximum. Die durchschnittlichen Niederschläge [4] im Norddeutschen Tiefland liegen bei 500-700 mm pro Jahr, im Mittelgebirge bei bis zu 1200 und in den höchsten Lagen gar bei 1500 mm, in den Alpen werden bis über 2000 mm Jahresniederschlag registriert. Generell ist jedoch eine Abnahme der Niederschläge von West nach Ost zu beobachten, ein Zeichen für die zunehmende Kontinentalität des Klimas in Ostmitteleuropa.
Dies trifft auch für die Temperaturen zu. Die mittleren Januartemperaturen im Norddeutschen Tiefland liegen im westlichen Teil meist noch über, im östlichen Teil dagegen schon unter dem Gefrierpunkt. Mit zunehmender Höhe nehmen die mittleren Januartemperaturen nach Süden hin weiter ab, mit Durchschnittswerten, die am Alpenrand und in den Alpen bei -5 Grad C liegen können. Auf mögliche Extreme wurde bereits hingewiesen. Kaltlufteinbrüche aus der Arktis oder aus Osteuropa können länger andauernde, starke Frostperioden bewirken, mit Temperaturen, die im Extrem bis -30 Grad C erreichen können. Aber auch subtropische Warmluft kann im Sommer zu Hitzeperioden führen, die im Einzelfall das Quecksilber bis auf +40 Grad C hochtreiben können. Dies sind jedoch seltene Ausnahmen. Im Durchschnitt sind die Temperaturunterschiede zwischen den Jahreszeiten relativ gemäßigt. Von nicht unerheblicher Bedeutung ist im Jahresverlauf die Sonneneinstrahlung, die beim Sonnenhöchststand im Sommer fast doppelt so hoch liegt wie im Winter. Geschlossene Schneedecken gibt es im Norden im Durchschnitt 10 Tage, im Süden dagegen bis zu 60 Tage lang, die in den Alpen noch überboten werden.
In starkem Maße abhängig von diesen Faktoren sind die Vegetation und die Bodennutzung [5], auch wenn die natürliche Vegetation in Mitteleuropa durch den jahrtausendelangen Eingriff des Menschen weitgehend zerstört ist. Immerhin ist es bemerkenswert, daß Deutschland, trotz seiner hohen Bevölkerungsdichte, noch zu rd. 29% seiner Fläche bewaldet ist. Namentlich in den sandigen Ebenen Norddeutschlands, in den benachteiligten Mittelgebirgszonen und generell in den höheren Gebirgslagen sind die Waldanteile noch deutlich höher. Es handelt sich fast durchweg um Kunstwälder, da die lange Phase der Nutzung die natürlichen Bestände weitgehend modifiziert hat. Aber auch so haben sie heute noch eine große Bedeutung, nicht zuletzt für den Fremdenverkehr oder im Rahmen der Landschafts- und Umweltplanung. Die historisch große Bedeutung der Wälder in Deutschland läßt sich aus den häufigen Wortkombinationen oder der Verwendung des Suffix -wald in Landschaftsbezeichnungen erkennen, wie Schwarzwald, Bayerischer Wald, Thüringer Wald und unzählige andere.
Im größten Teil der deutschen Wälder treten Laub- und Nadelbäume nebeneinander auf, es handelt sich also um sog. Mischwälder. In mittleren Höhenlagen herrschen, je nach Wärmeverhältnissen, Eichen-Buchenmischwälder vor. In den sandigen Ebenen im Norden stehen verbreitet geschlossene Kiefernbestände, etwa in der Mark-Brandenburg. In höheren Lagen nehmen die Buchenanteile zu, vor allem aber die Nadelbäume wie Fichten und Tannen. Die Laubbäume sind überwiegend laubwerfend. Im Vergleich zu ähnlichen Waldformationen in Nordamerika fällt der geringere Artenreichtum in den mitteleuropäischen Mischwäldern auf. Dies wird von einigen Autoren (z.B. Poulsen, 1997, S. 65) bereits mit den klimatischen Bedingungen während des Pleistozäns in Verbindung gebracht, ist aber sicher auch ein Ergebnis der systematischen Waldnutzung durch den Menschen seit der neolithischen Landnahme um etwa 5000 v. Chr. Ohne den Menschen wäre Europa wohl zu rd. 80 % bewaldet. Die ständige Ausweitung des Kulturlandes hat dies verhindert, mehr noch: die Bevorzugung bestimmter Holzarten durch den Menschen hat das ihre zur Verringerung der Artenvielfalt beigetragen, auch wenn gelegentlich neue Arten an die Stelle der alten getreten sein mögen. Insgesamt ist der Wald aber dadurch anfälliger geworden, denn nicht in jedem Falle waren die neuen Arten ökologisch sinnvoll. Heute kommt das hohe Maß an Schadstoffbelastung hinzu, das den deutschen Wäldern [6] sehr zu schaffen macht. Insbesondere in den neuen Bundesländern betragen die Waldschäden [7] teilweise bis zu 70% des Bestandes. Die Zusammenhänge mit dem hohen Schadstoffausstoß zu DDR-Zeiten [8] sind naheliegend. Gegenmaßnahmen haben seit der Wiedervereinigung einen Rückgang der Emissionsbelastung bewirkt, jedoch das Problem längst nicht dauerhaft gelöst.
Die Böden sind ebenfalls in enger Abhängigkeit von den übrigen Naturfaktoren zu verstehen. Sie haben sich, je nach Ausgangsgestein, Relief und klimatischen Bedingungen, unterschiedlich entwickelt. Besonders auf den pleistozänen, sandigen Flächen Norddeutschlands haben sich verbreitet Podsole gebildet, deren Nutzungsmöglichkeiten eingeschränkt sind. Weit verbreitet finden sie sich in der Lüneburger Heide und in der weiter östlich anschließenden Mark-Brandenburg. Außerhalb der glazial beeinflußten Gebiete sind die Böden meist etwas reicher an organischem Matieral und weniger ausgewaschen. Der am weitesten verbreitete Bodentyp ist die Braunerde, die sich für die landwirtschaftliche Nutzung recht gut eignet, da sie über einen guten Mineral- und Nährstoffgehalt verfügt. Die mit Abstand besten Böden sind die auf Löß entwickelten Parabraunerden der Bördenzone und in einigen Beckenlagen, etwa im Thüringer Becken oder den süddeutschen Gäuen. Geringe Niederschläge im Windschatten der Mittelgebirge haben hier ein stärkere Auswaschung verhindert. In einigen Gebieten ähneln sie in ihrer Struktur den Steppenböden (Tschernosemen).
Wasser hat bei der Erschließung des Landes
durch den Menschen stets eine wichtige Rolle gespielt, gleichgültig ob
es sich dabei um die Nordsee, die Ostsee oder die
großen Flußsysteme [9] handelte. Die schiffbaren Flüsse waren schon
früh wichtige Handelsrouten und Zugangswege zum Binnenland zugleich.
Rhein, Weser, Elbe und Oder sind die wichtigsten Flüsse, die nach
Norden hin entwässern. Lediglich die Donau ist ostwärts gerichtet.
Auf ihrem Weg von der Quelle in Südwestdeutschland bis zur Mündung
ins Schwarze Meer durchläuft oder berührt sie acht verschiedene
Länder und wechselt fünfmal ihren Namen. Unter wirtschaftlichen
Gesichtspunkten ist der Rhein Deutschlands bedeutendster Fluß. Seine
Verbindung mit anderen Wasserwegen über verschiedene
Kanäle [10], zuletzt durch die Anbindung an den Main-Donau-Kanal noch
verstärkt, hat ihn zur bedeutendsten Wasserstraße des ganzen
Kontinents werden lassen. Hinzu kommt seine landschaftliche Schönheit
besonders im Abschnitt zwischen Mainz und Bonn, eine der beliebtesten touristischen
Schiffspassagen [11] Deutschlands.
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Fragen und Aufgaben:
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[1]
http://www.tatsachen-ueber-deutschland.de/80.99.html (27.08.2003)
[2]
http://www.wetterzentrale.de/
[3]
http://www.dwd.de/de/FundE/Klima/KLIS/prod/spezial/ (27.08.2003)
[4]
http://www.destatis.de/basis/d/geo/geoklimt.htm
[5]
http://www.destatis.de/basis/d/umw/ugrtab7.htm
[6]
http://www.sdw.de/wald/waschb03.htm
[7]
http://pro.agrar.hu-berlin.de/cdrom/bmelf/Zahlen/folien/folie25.htm
[8]
http://www.taz.de/pt/2000/07/14/a0037.nf/text
[9]
http://www.destatis.de/basis/d/geo/geoflust.htm
[10]
http://www.destatis.de/basis/d/geo/geokanat.htm
[11]
http://www.rheintal.de/index.php?id=276
[12]
http://www.sdw.de/
[13]
http://www.bml.de/index-00079E8783311F7180576521C0A8D816.html
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