VIRTUELLE GEOGRAPHISCHE TEXTE (VGT) ÜBER KANADA UND DEUTSCHLAND

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Die Idee

"Elektronische Atlanten, das Internet, computergestützte Kartographie und Geographische Informationssysteme (GIS) haben möglicherweise einen ebenso großen Einfluß auf den Geographieunterricht wie es die Einführung gedruckter Bücher oder Atlanten einstmals hatten. Die Einbindung dieser Technologien und die damit im Einklang stehende Entwicklung virtueller Geographiebücher werden den künftigen Geographieunterricht ohne jeden Zweifel prägen" (Sharpe 1997, in: Hecht & Pletsch, Hrsg., 1997, S. 329).

Diese grundlegende Schlußfolgerung der Deutsch-kanadischen Schulbuchkommission (DKSK) des Georg-Eckert-Instituts (GEI, Braunschweig) markiert das Ende einer intensiven Analyse- und Bewertungsphase kanadischer und deutscher Geographie-Schulbücher während der 1990er Jahre. Sie wurde in die Empfehlungen aufgenommen, welche die DKSK formuliert hat, um auf die Stärken und Schwächen der Schulbücher und Atlanten in den beiden Ländern hinzuweisen und mögliche Verbesserungen anzuregen.

Gleichzeitig entstand in dieser Kommission die Idee, im Rahmen eines Pilotprojektes Möglichkeiten des  Einsatzes neuer Medien im Unterricht in Form von virtuellen Texteinheiten für den Geographie- und/oder Gemeinschaftskundeunterricht über Deutschland und Kanada zu präsentieren. Diese Idee wurde im Verlauf der letzten beiden Jahre (1999-2000) verwirklicht. Das wichtigste Grundanliegen des Projektes lag darin, kurze, präzise, aktuelle, problem- und unterrichtsorientierte Themen über Deutschland und Kanada zu erarbeiten und im Internet zu präsentieren.
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Die Struktur

Das Projekt umfaßt fünf Themenbereiche (Module). Der erste gibt einen allgemein landeskundlichen Überblick, ein zweiter widmet sich Fragen der Entwicklung und Kennzeichen der Kulturlandschaft. Der dritte Themenbereich behandelt bevölkerungs- und stadtgeographische Fragen, ein vierter schließlich die grundlegenden Wirtschaftsstrukturen, die Ressourcenverfügbarkeit und den Umweltschutz. Die Themenbereiche sind ihrerseits weiter untergliedert in 10 bis 12 (im Einzelfalle auch mehr) Texteinheiten (Units) mit thematischen oder regionalen Schwerpunktsetzungen. Jede dieser Texteinheiten kann für sich genommen Grundlage einer Unterrichtsstunde sein. Ein fünfter Themenbereich widmet sich den Einsatzmöglichkeiten der VGT sowie neuer Medien allgemein im Schulunterricht.

Die Themenbereiche stellen einen 20 bis 30 Seiten umfassenden Hypertext dar, d.h. jede Texteinheit umfaßt etwa zwei bis drei Seiten Text. Unterrichtsmaterialien in Form von Karten, Diagrammen, Bildern etc. sind ebenfalls enthalten, vor allem aber besteht die Dokumentation in einer Reihe von anwählbaren Internetadressen, die bei entsprechendem Bedarf aufgerufen werden können. Einige Webseiten sind besonders ergiebig hinsichtlich des Umfangs und der Aktualität ihrer Daten und sind von daher besonders empfehlenswert. Als generelle Informationsbasis über Deutschland sei auf das Statistische Bundesamt (http://www.destatis.de) hingewiesen. Für Kanada sind wertvolle Informationen von Statistics Canada (http://www.statcan.ca). Eine sehr umfangreiche Zusammenstellung von Internet-Links über Kanada wurde von der Kanadischen Botschaft (Berlin) unter http://www.kanada.de zusammengestellt. Sämtliche Texte sind in deutscher, englischer und französischer Sprache verfügbar.
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Die Einsatzmöglichkeiten

Die Nutzer der VGT haben verschiedene Möglichkeiten, die Texte im Unterricht einzusetzen. Sie können einen Themenbereich als Ganzes behandeln und dabei die Beziehungen der verschiedenen Texteinheiten untereinander in den Vordergrund stellen. In einem zweiten Ansatz könnte der Vergleich zwischen Kanada und Deutschland angestrebt werden. Eine dritte Möglichkeit bestünde darin, eine thematische Texteinheit auszuwählen und sie im Detail zu behandeln. Um die Verwendung der Kapitel im Unterricht zu erleichtern, ist jeder Texteinheit ein kurzes didaktisches  Zielkonzept vorangestellt, das durch eine Liste von verwendeten Schlüsselbegriffen, die sich auf die Rahmenrichtlinien für den Unterricht beziehen, ergänzt wird. Fragen am Ende jeder Texteinheit sollen den didaktischen  Rahmen abrunden. Zusätzlich erlaubt ein Lernspiel/Quiz die Lernzielkontrolle.

Um die Verwendung zu erleichtern, können didaktische Anleitungen sowie grundlegende technische Hilfestellungen in einem speziellen Themenbereich "Didaktische Hinweise" abgerufen werden.Darüber hinaus werden hier erprobte Unterrichtseinheiten mit den VGT online zur Verfügung gestellt. Mit diesem erweiterbaren Pool an Unterrichtsbeispielen verbindet sich zum einen die Hoffnung, die weitverbreitete Skepsis beim Einsatz neuer Medien im Unterricht durch konkrete Beispiele zu entkräften. Zum anderen eröffnet er Möglichkeiten einer direkten Evaluation und interaktiven Kommunikation zwischen Anwendern und Projektmitarbeitern.

Ein besonderer Vorteil der VGT ist, daß sie in drei Sprachen verfügbar sind und somit im bilingualen Unterricht verwendet werden können. Da die beiden Länder getrennt dargestellt werden, ergibt sich eine breite Möglichkeit, das Thema Deutschland oder Kanada im Geographieunterricht in verschiedenen Jahrgangsstufen, außer in deutsch, auch in englischer oder französischer Sprache zu behandeln. Die Konzeption der Texte erlaubt auch die Verwendung der VGT außerhalb des reinen Geographie- oder Gemeinschaftskundeunterrichts (z. B. in Form einer kurzen landeskundlichen Einführung über Kanada im Englisch- oder Französischunterrichts, ein Streifzug durch die Historie im Rahmen des Geschichtsunterrichts u. ä.).

Es ist hier besonders zu betonen, daß die Virtuellen Geographischen Texte (VGT) über Kanada und Deutschland nicht zum Ziel haben, die traditionellen Schulbücher zu ersetzen. Vielmehr sollen sie ihrer Ergänzung dienen. Sie sind in erster Linie konzipiert für das nordamerikanische und das deutsche Bildungssystem. Die Richtlinien (Rahmenrichtlinien, Lehrpläne) der verschiedenen Bundesländer und die Unterrichtsanleitungen (guidelines) der Provinzen Kanadas wurden weitestgehend berücksichtigt. Die geographischen Inhalte, die in den Texten behandelt werden, entsprechen den wichtigsten geographischen Themen, die in den Schulen und Universitäten der beiden Länder unterrichtet werden. Folglich werden in den vier Themenbereichen die wesentlichen geographischen Dimensionen der physischen und anthropogeographischen Umwelt behandelt, ohne gleichwohl Ausführlichkeit oder Vollständigkeit zu beanspruchen. Das zugrundeliegende didaktische Konzept verbindet klassische regionale mit thematischen Ansätzen des Geographieunterrichts.
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Homebases und Unterstützung

Die Homebases für das Projekt befinden sich an der Philipps-Universität Marburg und an der Wilfrid Laurier University, Waterloo (Ontario). Der Zugang via Internet wird auf verschiedenen Wegen erfolgen, die als bekannt gelten dürften. Es sind dies einmal die Homepages der beteiligten Universitäten, aber auch andere Zugangsmöglichkeiten sind vorhanden. Das Georg-Eckert-Institut in Braunschweig ist mit eingebunden, von wo aus eine direkte Verknüpfung mit dem bundesweiten Projekt "Schulen ans Netz" (http://www.san-ev.de) erfolgt.

Die Einbindung des GEI in Braunschweig und der Kanadischen Botschaft (Kulturabteilung) in Bonn in das Projekt war naheliegend, um die finanziellen Grundlagen für dessen Durchführung zu schaffen. Beide haben sich dankenswerterweise zu einer großzügigen Unterstützung bereit erklärt. Andere Institutionen, insbesondere die Philipps-Universität in Marburg und die Wilfrid Laurier University in Waterloo, Ont. Kanada, haben das Projekt ebenfalls materiell unterstützt. Allen sei hierfür herzlich gedankt. 

Auch Sie können das Projekt durch Ihre Kritik oder sonstige Hinweise unterstützen. Wir freuen uns über jede Art von Stellungnahmen, Hinweisen und VORSCHLÄGEN.


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